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Feiern Vol.2

Autor: AnneMontanus | Datum: 23 März 2013, 09:47 | 0 Kommentare

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Ja, das Feiern ging weiter. Einen Monat ist die große Weihnachts- und Neujahrsfeier des Centre jetzt schon her. Warum die Feier erst Ende Februar stattfand? Weil es davor zu viele Feiern gab, wirklich wahr! :-D Wir haben trotzdem seit Anfang Januar täglich geprobt: Theater, Sprüche aufsagen, singen, tanzen, interpretieren,... Wie in Kamerun gefeiert wird, könnt ihr euch inzwischen hoffentlich schon etwas vorstellen. Deswegen möchte ich eher auf eine der wichtigsten „Zutaten“ zum Feiern eingehen: Musik!

Schon im alltäglichen Leben ist immer irgendwo Musik: Am Markt wird man aus 3 Lautsprechern gleichzeitig beschallt, in meiner Gemeinde gibt es 7 unterschiedliche Chöre, beim Gehen laut mit dem Handy Musik zu hören ist keinesfalls „assi“ und wenn gerade tatsächlich nirgendwo Musik zu hören ist, singt doch garantiert irgendjemand (eventuell auch ich ;-)) vor sich hin.

Bei unserer allerersten Feier mit den BewohnerInnen stellte sich die Musikwahl noch als kleines Problem dar: “Ai se eu tu Pego”, “WakaWaka”, Michael Jackson, “Barbie Girl” und einige 90er-Jahre-Hits erwiesen als die einzige Musik aus unserem grossen Festplattenrepertoire, die sowohl die Bewohner als auch Yonca und ich kannten, und so liefen diese Lieder 4 Stunden lang in Dauerschleife. ;-)

Wonach “entschieden” wird, welcher westliche Hit auch in Kamerun groß rauskommt, durchschaue ich nicht so ganz. Als ich in Kamerun ankam, war auch hier “ Ai se eu tu pego” der Superhit. Wenige Monate später gab es wohl in Deutschland ein koreanisches (?) Lied, das überall rauf und runter gespielt wurde, habe ich mir berichten lassen – ich habe es noch kein einziges Mal gehört! Stattdessen hat sich mein Festplattenrepertoire inzwischen um viel afrikanische Musik erweitert. Die wirklich großen Hits kommen meist aus Nigeria oder der Elfenbeinküste, aber jedes Land (für Kamerun kann ich hinzufügen: jede Region) hat auch seine ganz eigene Musik.

 

Bei der Weihnachtsfeier durfte Musik natürlich auch nicht fehlen. Dabei wurde keine Möglichkeit ausgelassen:

- Es wurde gesungen. Bei den meisten Liedern gibt es eine/n VorsängerIn, die anstimmt und die Strophen übernimmt, während der Chor dann den Refrain singt. So muss man sich nicht allzu viel Text merken, denn ich habe noch kein Textbuch entdeckt (oder gar mit Noten aufgeschriebene Lieder).

- Es wurde getanzt  - als ich das erste Mal “Ballet” auf einem Programmzettel las, war ich etwas überrascht von dem, was sich mir dann präsentierte: Es wurde so gar nicht ballet-mäßig ruhig getanzt, sondern es ging richtig ab. Tanzen scheint mir wie ein natürliches Talent überdurchschnittlich vieler Kameruner: Während ich noch unbeholfen hin- und herhopse und versuche mitzukommen, wissen alle anderen, “wie” dieser Rythmus getanzt wird.

- Es wurde “interpretiert”: Die Musik kommt vom Band und eine Person tut so, als würde sie singen. Anfangs konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen, das hat mich doch zu sehr an Kinderzimmer-Konzerte erinnert. Die Kameruner sind allerdings begeistert von Interpretationen.

Wenn eine Person besonders gut tanzt, wird ihr Geld an die Stirn gedrückt. In meiner zweiten Woche in Kamerun hatte ich davon allerdings noch keine Ahnung. Auf einer Beerdigungsfeier drückte mir jemand Geld in die Hand und alles, was ich verstand, war, dass ich zu der tanzenden Person hingehen und ihr das Geld geben sollte. Hilflos stand ich dann vor ihr, sie nahm meine Versuche, ihr das Geld in die Hand zu geben, nicht wahr. Bis mir schließlich unter viel Lachen geholfen wurde und ich in die Tradition des “Geld-an-die-Stirn-Klebens” eingeführt wurde.

 

Ein Jahr Kamerun verändert – auch die Musik, die ich höre. Falls ihr auch ein bisschen Kamerun-Feeling schnuppern wollt, empfehle ich euch meinen Soundtrack der letzten Wochen: “Chop my money “ (P-Square), “L'amour d'une mère” (Patience Dabany), “Boumtou-boumtou” , “Il viendra” und “J'ai envie de voir”. Das sind zur Zeit große Hits in Kamerun und auf alle Fälle hier im Centre, denn das sind die Lieder zu denen bei der Feier getanzt oder interpretiert wurde. Und sie spiegeln die Bandbreite der Musik hier wieder: nigerianische Sänger, französische Interpreten, traditionelle Lieder, religiöse Musik,...

 

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