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Am 8. Tag...

Autor: AnneMontanus | Datum: 15 Oktober 2012, 15:27 | 5 Kommentare

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ist Markt hier in Baham. Alle acht Tage, weil die traditionelle Woche hier 8 Tage hat. Und dann ist – zumindest gefühlt – ganz Baham unterwegs. In der Kirche sind an Markttagen deutlich weniger Leute. Auf den Straßen sieht man viele, die ihre gekauften Waren auf dem Kopf oder dem Moto transportieren. Und für mich ist der Markttag bisher jedes Mal ein Highlight meiner Woche. Man kann zwar auch an den restlichen Tagen das meiste in Boutiquen und Ständen kaufen, aber das bunte Treiben an Markttagen unterscheidet sich doch sehr von so einem „normalen“ Tag.

Nach der Arbeit mache ich mich mit Marie-Claire, Viviane und Marie-Noel, drei der älteren Bewohnerinnen, auf den Weg zum Markt. Ca. 20 Minuten Fußweg mit einem Rollstuhl und einem Tricycle (ein Dreirad-Rollstuhl, den man durch „fahrradfahren“ mit den Händen bewegt), die 2 Berge hoch geschoben werden müssen – das ist schon Sport ;-)

Sobald wir das Carrefour (den zentralen Platz hier in Baham) erreichen, sprintet der Taximann los. „Bafoussam, Bafoussam?“ ruft er mir zu. Ne, heute nicht, ich bleibe hier. Gemeinsam mit den Bewohnern mache ich mich auf den Weg durch die kleinen Marktgassen – mit den Rollstuehlen teilweise eine grosse Herausforderung. Um mich herum wird alles durcheinander angeboten: Maniok, Bananen, Flipflops, Kartoffeln, Secondhand-Kleidung, Schmuck, Piment (ein Gewürz), Sim-Karten für's Handy, Mausefallen, Orangen, Schulhefte,... - viel zu viel, um es alles auf einmal zu sehen, ich entdecke immer noch jedes Mal etwas Neues! Die Waren liegen auf niedrigen Bambustischen oder auf Matten auf der Erde.

Immer wieder höre ich „la blanche“-Rufe – „die Weiße“. Oft von Kindern, die mir dann fröhlich „Bonsoir“ zurufen und winken. Auch Menschen, die ich noch nie gesehen haben, fragen mich wie selbstverständlich, wie es mir geht und heißen mich in Baham willkommen. Und ich höre die „La Blanche“-Rufe von vielen Seiten von Verkäufern, die mir ihre Zwiebeln, Schuhe oder Fische anbieten wollen. Ich versuche, jedes Mal freundlich zu antworten. Nein danke, ich brauche heute keine Zwiebeln.

Die Bananen sehen dann aber doch zu verlockend aus. Mindestens 30 kleine Bananen, noch an der Staude. Ich frage bei Viviane nach, wieviel die wohl kosten. Ich möchte ja nicht den doppelten Preis bezahlen. Und auch nicht auf zu wenig runterhandeln, denn das meiste hat hier einen „festen“ Preis, der sich allerdings nach verschiedenen Faktoren (Saison, Angebot, Qualität, …) ständig ändert. Wie MaDe von allem den aktuellen Preis wissen kann, ist immer noch ein Rätsel für mich. Aber inzwischen fällt es mir auch schon deutlich leichter, Preise ungefähr einzuschätzen. Ich begrüße also die Frau, die die Bananen verkauft. Sie freut sich über meine 5 Worte Baham, die ich anbringe, und verkauft mir die Bananen ohne Verhandeln fuer 250 Francs (knapp 40 Cents), ein richtig guter Preis.

Oft muss man allerdings auch etwas härter verhandeln. Dabei hilft es ungemein, wenn man durchblicken lässt, dass man den wahren Preis kennt...

Als wir uns auf den Rückweg machen, begegnen wir nach wenigen Metern Raoul, Amadou, Edy, Lionel und Ange, andere Centre-Bewohner. Also drehen wir um und stürzen uns mit ihnen erneut ins Getümmel.  Nach weiteren Einkäufen, einem abgelehnten Heiratsantrag und einem Friseurbesuch (nicht für mich) machen wir uns, inzwischen in einer großen Gruppe von Centre-Bewohnern, auf den Heimweg. Und ich rechne schonmal: 8 Tage... Ich freue mich auf Donnerstag!

 

(Wie ihr seht, wartet dieser Eintrag schon einige Tage auf euch, Donnerstag ist schon bald, ich hab‘s nur vorher nicht ans Internet geschafft ;-))

 

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